Costa Rica – Manuel Antonio

05.09.2012

Der heutige Morgen beginnt mit einem Rütteln. Direkt nach dem Aufstehen gibt es ein starkes Erdbeben in Sàmara, das wir hier am Manuel Antonio Nationalpark auch noch deutlich spüren. Es ist stark aber nur kurz. Ich schaue natürlich gleich ins Internet, um heraus zu finden, was es damit auf sich hat. Für genaue Meldungen ist es aber noch zu früh, es wird von einer Stärke von 7,6 gesprochen, was natürlich ganz schön heftig ist.

Geschüttelter Leguan
Geschüttelter Leguan

Da es aber vor Ort nicht sehr stark war, sind wir erst einmal beruhigt und gehen Frühstücken. Im Restaurant werden wir gleich gefragt, ob wir es auch gespürt hätten aber auch hier gibt es noch keine weiteren Infos. Wir genießen also erst einmal unser Essen und planen den Ausflug in den Nationalpark, der heute auf dem Plan steht.

Zurück im Zimmer gibt es mittlerweile einige Berichte im Fernsehen, die ein paar Zerstörungen zeigen. Alles in Allem war das Beben zwar sehr stark (das zweitstärkste in Costa Rica), die Schäden hielten sich aber verhältnismäßig in Grenzen. Aus dem Internet erfahre ich aber von einer Tsunami-Warnung. Mir erscheint das zwar etwas unlogisch, war das Beben doch an Land und auf der gleichen Seite, aber wir sind auf jeden Fall mal gespannt, ob der Nationalpark denn offen hat.

Playa Espadilla
Playa Espadilla
Getränkeverkäufer
Getränkeverkäufer

Wir gehen also los. Erst gehen wir zum Playa Espadilla, der direkt nach Manuel Antonio führt. Am Strand ist es verhältnismäßig leer und man hat eine schöne Sicht auf den Nationalpark und die Hügel, auf den sich unser Hotel befindet. Am Dorf angekommen werden wir von den obligatorischen Verkäufern und Liegestuhl-Vermietern angesprochen. Einige sagen, dass der Park wegen der Tsunamiwarnung geschlossen hätte. Wir wollen trotzdem hin gehen und uns selbst davon überzeugen.

Der Weg führt nun ins Dorf und nach 10 Minuten kommen wir auch an der Kasse an, die offen hat. Wir stären uns noch bei einem kleinen Laden einer netten asiatischen Familie und gehen zum Eingang des Parks. Die Aufsicht erklärt uns, dass der Park tatsächlich bis vor einer halben Stunde geschlossen war, die Warnung aber mittlerweile aufgehoben sei. Wir sollten am Strand nur das Meer beobachten und schnell nach oben gehen, falls wir große Wellen sähen… Hmm, wäre es dann nicht schon zu spät??? Nun ja, wir laufen also in Richtung Strand.

Reh am Wegesrand
Reh am Wegesrand
Krabbenspinne
Krabbenspinne

Der Weg führt durch lichten Wald, es gibt wie immer einige lustige Insekten und dann auch ein Reh. Affen hören wir aus den Bäumen, sehen sie aber nicht. Etwas weiter kommen wir zu einer Kreuzung, wo es Toiletten und Duchen gibt. Hier laufen auch einige Waschbären rum, die die Mülltonnen nach Essbarem absuchen. Wir gehen den Hügel hinunter zum Strand. Der ist mal schön! Kein Wunder, dass es hier in der Hochsaison ziemlich voll ist. Die Bucht liegt schön geschützt und ist ideal zum Baden.

Playa Manuel Antonio
Playa Manuel Antonio
Playa Espadilla Sur
Playa Espadilla Sur
Blick durch die Mangroven
Blick durch die Mangroven

Während es sich meine Damen am Playa Manuel Antonio gemütlich machen und ich eine kleine Abkühlung im klaren Wasser genommen habe, mache ich mich auf, die Halbinsel zu umrunden. Ich laufe auf der Landzunge zum anderen Strand, dem Playa Espadilla Sur, der auch sehr schön und absolut leer ist. Hier sind die Wellen allerdings auch deutlich höher. Weiter geht’s den Berg durch relativ dichten Sekundärwald hinauf zu einem Aussichtspunkt, von dem man den Playa Espadilla und unser Hotel sehen kann. Hier mache ich mich dann auch auf die Suche nach dem Manuel Antonio National Park Geocache, der sich auch nach einer Weile affenfest vertäut zeigt. Es ist recht geräumig, so dass ich hier auch gleich eine Geocoin lasse.

Pazifikküste
Pazifikküste
Baumpilze
Baumpilze
Playa Manuel Antonio
Playa Manuel Antonio

Ich lasse einen Wanderer passieren und gehe weiter. Immer wieder gibt der Wald schöne Aussichten auf Meer und Küste frei, bis ich dann wieder am Strand heraus komme. Hier sehe ich gleich zwei räuberisch veranlagte Waschbären, die sich an Taschen und Rucksäcken zu schaffen machen. Sie sind recht schwer zu verjagen aber mit Hilfe anderer Touristen klappt es schließlich.

Schöner Strand
Schöner Strand
Playa Manuel Antonio
Playa Manuel Antonio
Maskierter Räuber
Maskierter Räuber

Da ich noch etwas Zeit habe, mache ich noch eine Wanderung zum Aussichtspunkt über den Puerto Escondido. Dieser Weg ist wesentlich schöner, da der Wald dichter ist und der Weg (ich nehme eine „Abkürzung“) natürlicher ist. Nach einer Weile hätte ich vielleicht doch eine Machete brauchen können, so dicht ist das Gestrüpp. Endlich komme ich wieder auf den Hauptweg, der nun langsam ansteigt und schließlich am Aussichtspunkt endet. Hier suche ich den ebenfalls gut versteckten Cache Puerto Escondido, der sich aber auch nicht allzu lange verstecken kann. Hier finde ich die Honeymooners, die ich wieder nach Deutschland bringe. Es ist schon spät und die Damen warten sicher schon, so dass ich nun schnell den Weg zurück antrete. Wir treffen uns und gehen zusammen zurück zum Parkeingang.

Rote Pilze
Rote Pilze

Hier sehen wir endlich auch die letzten Affen. Ein paar Totenkopfäffchen turnen in den Bäumen herum. Somit haben wir tatsächlich alle in Costa Rica lebenden Affenarten gesehen. Die Totenkopfäffchen sind sehr klein und niedlich und es scheint hier doch noch einige zu geben. Etwas weiter sehen wir auch nochmals welche.
In der Abendsonne geht es nun zurück zum Hotel, wo eine schöne Dusche, Halloweenkrabben, schwarte Leguane und ein Waschbär auf uns warten.

Totenkopfäffchen
Totenkopfäffchen
Auf dem Sprung
Auf dem Sprung
Gut versteckt
Gut versteckt

Zum Abendessen gehen wir ins El Aviòn. Das Restaurant liegt an der Straße zum Nationalpark und gehört zum Costa Verde Hotel. Es ist bekannt durch ein Flugzeug, eine Fairchild C-123,  das im Restaurant steht und in dem sich die Bar befindet. Das sind aber auch schon die Highlights. Das Essen ist überteuert und auch nicht sehr gut. Als wir fertig sind, sehen wir zwei dicke Ratten, die auf dem Speiseaufzug über dem Essen herumturnen. Die Bedienungen sehen das auch und lassen den Aufzug schnell nach oben fahren. Wir sind natürlich nicht sehr begeistert von der Szene, so dass ich zum Oberkellner gehe und mich lautstark beschwere, so dass es auch andere Gäste mitbekommen. Er versucht es damit zu erklären, dass wir hier fast im Wald sind und es deswegen wilde Tiere gibt, für Ratten lasse ich diese Argument aber nicht gelten. Wenigstens wird uns 50% der Rechnung erlassen und wir suchen schnell das Weite. Hier müssen wir nicht mehr hin.

Blaue Zikade
Blaue Zikade
Sie will nicht gehen...
Sie will nicht gehen…

Nach diesem Erlebnis genießen wir den letzten Abend im schönen Hotel mit unseren echten wilden Tieren, von den sich noch eine sehr schöne blaue Zikade und ein paar Krabben zeigen. Gegen später öffnet dann auch noch unser Waschbär die Terrassentüre, wird aber von der kleinen Dame wieder aus dem Zimmer gejagt.