Autowandern nach Ronda

01.07.2015

Immer noch bestes Wetter, immer noch bestes Frühstück, immer noch keine Lust, an den Strand zu liegen. Also lass ich die anderen ihre Drachen einpacken und auf die Bretter steigen. Ich gehe heute Autowandern. Das Ziel ist neben dem Weg letztendlich Ronda.

pd_ronda-tour

Die Tour verläuft folgendermaßen:
– Tarifa – Vejer de la Frontera (N-340 / E-5)
– Vejer de la Frontera – Los Albujeros (A-396) auf die A-381
– Los Albujeros – Alcalá de los Gazules – Ubrique (A-375)
– Ubrique – Benaocaz – Grazalema (A-374)
– Grazalema – Ronda (A-372 und A-374)
– Ronda – Gaucín (A-369)
– Gaucín – Taraguilla (A-405)
– Taraguilla – Tarifa (A-7 und N-340)
Das sind etwa 340km durch die Sierra de Grazalema und an der Küste entlang.

In the sierra In the sierra

La sierra La sierra

Winding road Winding road

El Picacho El Picacho

Cork Oaks Cork Oaks

Die erste Etappe ist mir ja schon bekannt. Nach Vejer geht es dann ins Hinterland. Alles eher trocken hier. Hin und wieder kommt ein nettes Dörfchen und irgendwann sieht man an einem Hügel Medina-Sidonia, eine weitere weisse Stadt. Sie soll auch ganz sehenswert sein, ich fahre aber weiter, da ich in die Sierra möchte und in Ronda auch genug Zeit haben will. Nach einem kurzen Abstecher über die Autobahn, erreiche ich Alcalá de los Gazules, von wo aus es jetzt über kleine Sträßchen durch den Naturpark „Los Alcornocales in die Sierra de Grazalema geht.

Near the creek Near the creek

Creek Creek

Mountain view Mountain view

El Picacho El Picacho

Ab hier ist nichts mehr los auf der Straße. Vorher war schon wenig los, hier: Nichts! Die Straße, die zum Großteil eher einem Feldweg gleicht, schlängelt sich den Berg hinaus durch eine sehr schöne Landschaft. Hier werden die berühmten Ibérico Schweine gehalten, die sich von Eicheln ernähren. Ein paar dieser schwarzen Schweine sehe ich auch mal, ich dachte aber, es seien mehr. Ansonsten Korkeichen, soweit das Auge reicht. Schön wäre, wen am Straßenrand mal eine Kneipe auftauchen würde, die Bocadillos mit Jamón Ibérica anbieten würde. Tja, träum weiter! Da kommt nichts… Die Autos, die mir begegnen, kann ich locker an einer Hand abzählen. Mitten in der Pampa finde ich einen Picknickplatz samt Wanderweg, den ich nun mal ablaufe. Ich befinde mich am El Picacho, das ist eine Bildungseinrichtung des Naturparks mit angeschlossenem Hostel. Habe ich schon erwähnt, dass hier nichts los ist? ich mache also den kleinen Rundweg (es ist schon ziemlich heiß) durch die Korkeichenwälder und an einem kleinen See vorbei. Sehr nett hier! Dann noch mal durch den Wald und entlang einem kleinen Bach geht es zurück zum See. Auch nett dort! Bis ich nach einer Stunde wieder am Auto bin und weiter fahre.

Ubrique Ubrique

Ubrique Ubrique

Ich bin wirklich begeistert von der Strecke neben Landschaft gibt es auch gelegentlich in der Gegend herum stehende Kirchen oder Anwesen zu entdecken, die man hier gar nicht vermutet. Dann meint man, wieder zurück in der Zivilisation zu sein, dabei ist man nur in Ubrique. Das ist wohl die größte Stadt in der Umgebung, was aber nichts heißt, da hier ja eigentlich alles aus Umgebung besteht. Trotzdem, Ubrique ist eine sehr schöne Stadt, die auch noch ziemlich spektakulär gelegen ist. Von hier aus geht es dann auch in die Sierra de Grazalema, schon fast einer Hochgebirgslandschaft mit lustigen Kalkfelsen und karstigen Hochtälern. Dieser Abschnitt ist die letzte Etappe vor Ronda. Grazalema ist der regenreichste Ort Spaniens, dementsprechend grün ist es hier auch. Wieder eine schöne Landschaft.

Arena Arena

To the viewpoint To the viewpoint

Ronda surroundings Ronda surroundings

Ronda surroundings Ronda surroundings

Dann geht es irgendwann runter nach Ronda, das sehr exponiert auf einem Hügel liegt. Aber erst einmal muss man den Ort großräumig umfahren und dann lange durch die Vororte tuckern. Natürlich bin ich zur Mittagszeit da. Kein Laden offen und größte Mittagshitze. Immerhin finde ich einen prima Parkplatz im Schatten und ohne Gebühren. Dann laufe ich durch die leere Fußgängerzone in die Stadt. Für die Größe des Ortes ist die Länge der Einkaufsmeile beachtlich. Am Ende komme ich an der Stierkampfarena und einem kleinen Park an. Hier tummeln sich ein paar Touristen – sehr viele Asiaten. Am Ende des Parks werden dann die ersten Abgrund-Bilder gemacht. Ich gehe auch am Rand der Schlucht entlang und genieße die Ausblicke. Die Häuser sehen aus, als ob sie gleich in die Tiefe stürzen wollen. Natürlich gehe ich auch über die Brücke und durch die Altstadt bis nach hinten zur Schlucht. Von hinten hat man den besten Ausblick. Das sieht schon beeindruckend aus.

City on a cliff City on a cliff

The old bridge The old bridge

Ronda Ronda

Ronda Ronda

Old houses Old houses

Ich gehe wieder hoch in die Stadt (unter deutlichem Schnaufen und Schwitzen) und merke, dass die Siesta langsam vorbei zu sein scheint. Auf jeden Fall kommen mir nun deutliche mehr Menschen entgegen als vorhin noch. So kann ich nun noch gemütlich durch die Stadt schlendern und vielleicht auch Lädeln. Tja das Lädeln gelingt mir nicht besonders. Es gibt einfach nichts, was ich brauchen könnte. Aber muss ja auch nicht. Die Einkaufsstraße ist jedenfalls deutlich voller als vorhin. Als ich ins Auto steige, freut sich auch schon der nächste über den schattigen und sehr günstigen Parkplatz.

Ronda cliffs Ronda cliffs

Bridge view Bridge view

Bridge and cliffs Bridge and cliffs

From above From above

Ronda Ronda

Ich fahre nun zurück. Es geht nochmals in die Sierra, dieses Mal auf einem anderen Weg. Die Straße führt auf schönen kurvigen Gebirgsstraßen über die Berge in Richtung Meer. Hier gibt es auch zahlreiche der berühmten weißen Gebirgsdörfer. Tolle Gegend, man muss nur ein wenig auf etwas langsamere Autofahrer achten, die tauchen schnell als Hindernisse nach den Kurven auf. Aber auch hier geht alles gut. Der letzte Abschnitt kurz vor der Autobahn zieht sich dann doch noch. Es gibt nicht mehr viel zu sehen und die Strasse ist auch eher gerade. Ich bin froh als ich auf der Autobahn bin. Das ist zwar auch nicht sehr spannend, dafür dauert es auch nicht mehr so lange, bis ich zuhause bin.

Ronda Ronda

Church Church

Church Church

White villages White villages

Algatocin Algatocin

Den Abend verbringe ich dann wieder mit dem Rest und vor Allem mit leckerem Essen, guten Getränken und wenig Schlaf.