Kasese nach den Unruhen und die Crater Lakes

29.11.2016

Nachdem ich mich gestern mit den Schwaben unterhalten hatte, habe ich noch etwas auf Google recherchiert und bin zum Schluss gekommen, dass die Fahrt durch Kasese wohl möglich sein wird. Auch wenn es wirklich tragisch ist, was dort passiert ist, scheint es mich nicht zu betreffen. Am Sonntag sind bei Ausschreitungen von Separatisten, die die Unabhängigkeit ihres Königreiches fordern, 60 Menschen ums Leben gekommen. Die Lage scheint angespannt, da heute wohl die Menschen beerdigt werden sollen. Das Militär soll große Präsenz zeigen.

Obacht! Unfallgefahr Obacht! UnfallgefahrTee soweit das Auge reicht Tee soweit das Auge reicht

Ich verabschiede mich von meinen Nachbarn und lerne noch den Besitzer der Kingfisher Lodge kennen, der auch Schwabe aus Kirchheim/Teck ist. Er bestätigt auch nochmal, dass es kein Problem ist, durch Kasese zu fahren, er war gestern zum Einkaufen dort. Also fahre ich los.
Es geht nach der Kraterstrecke gut voran. Vor mir fährt ein Bus, der mir bestätigt, dass es durchaus sinnvoll ist, selbst zu fahren. Er rast mit über 100 km/h über die Strasse, ohne Rücksicht auf Verluste. Ich halte mich natürlich an die vorgegebene Geschwindigkeit und überhole ihn später.

In Kasese ist es ruhig. Ich sehe zunächst auch weder Militär oder Polizei. Im Stadtkern scheint das normale Leben seine Wege zu gehen. Ich gehe zur Bank und zum Supermarkt und treffe einen netten Ugander, der mit mir scherzt. Die Polizeistation ist allerdings zum Bersten voll mit Polizisten und gepanzerten Wägen. Auf der Straße nach Fort Portal sind auch einige Soldaten unterwegs. Sonst ist es ruhig und ich fahre weiter.

Crater lake Crater lakeCrater Lakes, die Landschaft Crater Lakes, die LandschaftSpiegelteich Spiegelteich

Die Strecke ist schön und gut ausgebaut. Sie führt durch eine Hügellandschaft mit dem Rwenzori-Gebierge links und dem Lake Edward rechts. Ich muss mich entscheiden, wo ich heute übernachte, morgen steht eine längere Strecke in Richtung Murchinson Falls NP an, die anscheinend auch über unangenehme Pisten führt. Eigentlich möchte ich an den Crater Lakes übernachten, bzw. diese zumindest sehen. Also fahre ich erst mal dort hin. Ich bin überrascht, auf welcher Luxusstraße ich mich hier befinde. Sie wird gerade ausgebaut und ist topfeben. Auf 18 km kein einziges Schlagloch. Dass ich hier so etwas erleben darf… Das Problem ist allerdings, dass durch den Ausbau meine angepeilte Bleibe nicht erreichbar ist. Macht aber nichts, ich habe genug Zeit und fahre einfach so an den Crater Lakes vorbei. Letztendlich wäre es sowieso unnötige Strecke, die ich dann morgen zurück legen müsste.

Top Of The World Top Of The WorldViele Felder Viele FelderRwenzori Mountains Rwenzori Mountains

Die Crater Lakes sind sehr schön. Vulkankrater umgeben von Plantagen und Wald. Die Wege sind recht gut befahrbar und es scheint auch eine ziemlich wohlhabende Gegend zu sein, den Häusern nach zu schließen. Ich fahre ans „Top of the World“, einem Aussichtspunkt, an dem gerade ein schickes Resort entsteht. Der Eintritt für die Aussicht beträgt 5000 Shilling, was eigentlich okay ist. Die Aussicht ist schön, leider sind die Rwenzoris in Wolken eingehüllt, aber was erwartet man mittags um 13:00 Uhr. Ich fahre weiter und stelle mir vor, wenn man hier wohnen wollte, dann in den Crater Lakes. Einfach eine schöne Gegend.

Fort Portal Fort PortalEinfaches Zimmer Einfaches ZimmerAbgesprießt AbgesprießtStraßen von Fort Portal Straßen von Fort PortalWeihnachtstischdecke Weihnachtstischdecke

In Fort Portal angekommen mach eich mich dann mal auf die Suche nach einer Bleibe. Heute ist sparen angesagt und so steige ich für 50.000 Shilling im Rwenzori Travellers Inn ab. Es ist ganz okay. Ein einfaches Zimmer mit Bad und heißem Wasser. Schmucklos und sauber. Das passt schon. Es liegt direkt an der Hauptstraße, ich hoffe, dass mich das nicht zu sehr aus dem Schlaf reißt, aber morgen will ich ja sowieso früh los. Aber immerhin habe ich einen Fernseher mit einem einzigen Sender. Ich laufe noch ein Bisschen durch die Stadt, in der Hoffnung, eine Blinkerbirne zu finden. Die vorne links hat es wohl durch einen Steinschlag zerstört. Leider werde ich nicht fündig. Muss auch ohne gehen. Die Stadt ist eigentlich ganz nett. Ich werde auch kaum beäugt, schön, wenn man sich ganz normal bewegen kann.

Reisedetails:

Von: Queen Elisabeth Nationalpark
Nach: Fort Portal
Strecke: 192 km, Asphalt, Gravel, Staub
Übernachtung: Rwenzori Travellers Inn

Route 29.11.2016
Route 29.11.2016